Mit dem Titel der „Postmedialen Kommunikationskulturen“ veranstaltet die Österreichische Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft eine Tagung, die sich mit aktuellen Fragen des medialen und gesellschaftlichen Wandels auseinandersetzt. Mit diesem Titel soll die Beschäftigung mit netzwerkbasierten Phänomenen der Kommunikation über den eigentlichen Kern medienzentrierter Forschungsthemen hinaus als relevantes Feld der Analyse für die Kommunikationswissenschaft in das Zentrum gerückt werden.

Vor dem Hintergrund eines auch bewusst gesetzten „non-media-centric approachs“ geraten damit nicht nur Prozesse gegenwärtig sich vollziehender gesellschaftlicher Wandlungsprozesse der Mediatisierung in den Blick, sondern auch deren Einfluss auf neu sich herausbildende Prozesse und Modi vernetzter Kommunikation in unterschiedlichen sozialen Feldern, Lebenswelten und Kulturen sowie deren Interdependenz zu auch genuin medienrelevanten Themenfeldern.

Dazu zählen zentral:

* Das Spannungsfeld technologischer, kultureller und ökonomischer Medienkonvergenzprozesse und ihre Dynamisierung durch gegenläufige Tendenzen der Fragmentierung und Diversifizierung

* Phänomene sich verändernder Raum- und Zeitwahrnehmung in digitalen Netzwerkwelten

* Prozesse der Fragmentierung wie auch (Re-)Integration netzwerkbasierter Vergemeinschaftungsformen in demokratischen Gesellschaften

* Entwicklung neuer Diskurspraktiken (wie z.B. im Feld der „tactical media“) als kritische Organisation gesellschaftlicher Deliberation

* Neue Subjekt- und Identitätstransformationen, die sich aus neuen Handlungspraktiken in digitalen Netzwerkwelten herausbilden.

* Fragen der Beschleunigung kommunikativer Alltagsprozesse, wie wir sie im Kontext von Phänomenen der digitalen Dauervernetzung und den damit zusammenhängenden Wandlungsprozessen zu beobachten sind

"Salzburg Diskurse 2016"

Im Rahmen des Jubiläumsjahres „Salzburg 2016 – Salzburg Diskurse“ findet eine öffentliche Tagung  mit dem Titel:
Digitale Aufklärung für unsere Gesellschaft –
Thesen für eine innovative und konstruktive Bewältigung aktueller Herausforderungen“ statt: mehr Infos

Keynotespeaker

Hartmut Rosa

Hartmut Rosa ist Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena

„Kritik der digitalen Resonanzverhältnisse
Über die psychoemotionale Grundierung unserer Weltbeziehungen“

Donnerstag, 24.11.16, 17:00 Uhr

    Geert Lovink

    Geert Lovink, niederländisch-australischer Medientheoretiker, Internetaktivist und Netzkritiker, ist Leiter des Institute of Network Cultures an der Hochschule von Amsterdam (networkcultures.org) und Professor für Medientheorie an der European Graduate School. Er gilt als einer der Begründer der Netzkritik.

    „Medien-Netze-Plattformen“

    Freitag, 25.11.16, 09:15 Uhr

    Abstract

      Kathrin Röggla

      Kathrin Röggla ist mehrfach ausgezeichnete österreichische Schriftstellerin

      „Von wegen aufgeklärt und digital?“

      Donnerstag, 24.11.16, 11:30 Uhr

      11.00 Uhr
      Begrüßung durch Thomas Steinmaurer, Ursula Maier-Rabler, Martin Weichbold, Friedrich Urban

      Venue: Europasaal, Edmundsburg, Mönchsberg 2

      Friedrich Urban und Thomas Steinmaurer

      Keynote zur Thematik. Moderation: Thomas Steinmaurer

      Kathrin Röggla

      Auf dem Podium: -Mag. Thomas Hofbauer (SN), -Dr. Gerhard Rettenegger (ORF), -Manuela Naveau, PhD (AEC), -Meral Akin-Hecke (Digital Champion Austria), -Univ.-Prof.Mag.DDr. Matthias Karmasin (Uni Klagenfurt), -Ao.Univ.-Prof. Mag. Dr. Thomas Steinmaurer (Uni Salzburg)
      Replik auf Keynote und Präsentation von 3 Kernthesen hinsichtlich des Tagungsthemas jedes Podiumsgasts (5-6 Minuten pro PodiumsteilnehmerIn)
      Moderation: Ursula Maier-Rabler

      Die Podiumsgäste erläutern kurz, welche Handlungsoptionen und Steuerungsmöglichkeiten sie im Zusammenhang mit ihren Kernthesen sehen. Anschließend open floor Publikumsdiskussion der Kernthesen.

      Abschluß-Keynote für die Salzburg_Diskurse 20:16 und Eröffnungs-Keynote für den KWT16, der Jahrestagung der ÖGK.

      Hartmut Rosa (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
      11:00-12:30 Uhr
      WS V: SMALL COUNTRY – BIG DATA?

      Im Rahmen des KWT findet schließlich auch das Zusatzprogramm zum Thema: SMALL COUNTRY – BIG DATA? unter der Leitung von Dimitri Prandner statt. Thematisch orientiert sich das Panel an der Frage der Verfügbarkeit und Struktur sozialwissenschaftlich relevanter Daten im Netz.
      Sie stehen zunehmend einfach und schnell zur Verfügung, beinhalten aber auch die Gefahr einer potentiellen Intransparenz und Datenunsicherheit, Prozesse die im Fall von Österreich durch die Kleinheit und Struktur des Landes besondere Aufmerksamkeit verlangen. Technologische und soziale Entwicklungen sollen hinsichtlich ihrer methodologischen Konsequenzen kritisch reflektiert werden: Welche Anwendungsmöglichkeiten bieten etwa Multi-Mode-Multi-Device-Surveys im österreichischen Kontext? Was bedeutet dies für Auswertungsverfahren oder Datenarchivierung?
      Venue: Center for ICT&S / Sigmund-Haffner-Gasse 18

      - Einführungsvortrag von Dimitri Prandner

      - "Big Data, Big Divide?" Alexander Rauschnick, MA
      - Methodik: Sekundäranalyse von Big Data Materialien (Primär Clusteranalyse).

      - "Berücksichtigung des Befragungskontextes zur Beurteilung der Qualität einer Onlineumfrage." Magistra Daniela Wetzelhütter
      - Methodik: Onlinebefragungen und Rücklauf und Response-Raten.

      "Homo Politicus trifft auf Homo Ludens: Partizipation durch Wissenschaftsspiele" Dipl.-Ing. Mag. Wolfgang Kerbe
      - Methodik: Onlinespiel- bzw. Videospiel-Analyse auf Grundlage inhaltsanalytischer Verfahren.

      Dimitri Prandner

      Registrierung Venue: Edmundsburg, Mönchsberg 2

      Welcome für die neu dazu gekommen TeilnehmerInnen der Österreichischen Gesellschaft für Kommunikationswissenschaft (ÖGK) durch Thomas Steinmaurer, Jo Trappel und Franziska Weder, Brigitta Pallauf Venue: Europasaal, Edmundsburg, Mönchsberg 2

      Abschluß-Keynote für die Salzburg_Diskurse 20:16 und Eröffnungs-Keynote für den KWT16, der Jahrestagung der ÖGK. Venue: Europasaal, Edmundsburg, Mönchsberg 2

      Hartmut Rosa (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
      8:30-9:00 Uhr
      Get Together Coffee

      Venue: Center for ICT&S / Sigmund-Haffner-Gasse 18

      Geert Lovink (Gründer und Direktor des „Institute of Network Cultures“ in Amsterdam)

      Workshop I und II sowie III und IV finden parallel statt. Venue: Center for ICT&S / Sigmund-Haffner-Gasse 18

      Dieser Workshop richtet den Blick auf das Spannungsfeld technologischer, kultureller und ökonomischer Konvergenzprozesse und ihrer Dynamisierung durch gegenläufige Tendenzen des Auseinanderdriftens und der Diversifizierung. Im Fokus stehen somit Entwicklungen auf verschiedenen Ebenen der Medienkommunikation, die einerseits auf Vereinheitlichung und Linearität abzielen, andererseits von Fragmentierung und Diskontinuität gekennzeichnet sind. Ziel des Workshops ist es, diese aktuellen Wandlungsprozesse zu erfassen und ihnen mit neueren theoretischen Ansätzen, Konzepten und Erklärungsmodellen zu begegnen.

      Inputthesen von:
      o Müller, Kathrin, Institut für Kommunikationswissenschaft, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
      "Konvergentes Medienhandeln: Voraussetzung und Hintergründe für die Etablierung von Multimedia im Alltäglichen"
      o Müller, Philipp, Institut für Publizistik an der Johannes Gutenberg Universität Mainz
      "Medienkonvergenz als akteursgetriebener Prozess: Die Rolle der sozialen Wahrnehmung"
      o Schwaab, Herbert, Institut für Information und Medien, Sprache und Kultur der Universität Regensburg
      "Transmedialität und Divergenz"
      o Trappel, Josef/ Parrilla, Ricard/ Gadringer, Stefan, FB Kommunikationswissenschaft, Universität Salzburg
      "Digitale Gleichmacherei. Interessenskonflikte um die digitale Nutzung terrestrischer Frequenzen"

      WS-Leitung: Corinna Peil

      In den digitalen Netzwerkwelten verändern sich die Kommunikationsbedingungen und Handlungsweisen für die Interaktion und Kommunikation. Neue Präsentationsmodi und Individualisierungsdynamiken treffen auf sich auflösende Grenzziehungen von Privatheit und Öffentlichkeit sowie auf zunehmende Ökonomisierungstendenzen der Selbstpräsentation.
      o Metatrend Individualisierung
      o Quantified Self
      o "Ich AG" und unternehmerische Selbst
      o Positivierung der Selbstpräsentation
      o Management of the Self
      o Privatheit und informationelle Selbstbe-stimmung
      o Ethik des Netzwerkhandelns

      Inputthesen von:
      o Krotz, Friedrich, Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung, Universität Bremen
      "Das Subjekt als Akteur in mediatisierten Welten"
      o Eisenegger, Mark/ Djukic Mihael, FB Kommunikationswissenschaft, Universität Salzburg
      "Kommunikative Netzwerk- und Diskursstrukturen in sozialen Netzwerken am Beispiel der katholischen Kirche in Österreich"
      o Köhl, Margarita, Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Wien
      "Visually Connected - Online Bildpraktiken als Basis von Subjektpositionierung und Gruppenaffirmation"
      o Hipfl, Brigtte, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Alpen Adria Universität Klagenfurt
      "Neue Subjektformationen - ein praxeologischer, relationaler Ansatz"

      WS-Leitung: Brigitte Hipfl

      Mit der voranschreitenden Digitalisierung verändern sich grundlegend die Raum- und Zeitstrukturen vernetzter Handlungsformen. Neben Prozessen der Hybridisierung von Raumstrukturen sowie der Multilokalisierung. Auf der Ebene der Zeit setzen sich Effekte der Polychronität und verstärkt Dynamiken der der Beschleunigung durch. Folgende Aspekte kennzeichnen das Feld dieser Transformation.
      o Effekte der Glokalisierung und Deterritorialisierung
      o Spaces of Flows
      o Neue Räume und Re-Spatialization
      o Timeless Time
      o Echtzeit-Diktat in der Beschleunigung
      o Ökonomische und kulturelle Konsequenzen eines fluiden Raum- Zeit- Begriffs

      Inputthesen von:
      o Koch, Andreas, FB Geographie und Geologie, Universität Salzburg
      "Virtuelle Multilokalität als Quelle selbstbestimmten Lebens in realen peripheren Regionen"
      o Schwarzenegger, Christian, Institut für Medien, Wissen und Kommunikation an der Universität Augsburg
      "Individuenzentrierte Kommunikationsräume in mobil-vernetzten Lebenswelten. Theoretische Perspektive und analytische Anwendungsfelder"
      o Krainer, Larissa, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Alpen Adria Universität Klagenfurt
      "Zeit-Raum-Dilemmata"
      o Peil, Corinna/ Röser, Jutta, Universität Salzburg/ Universität Münster
      "Raumarrangements mit dem Internet: Die innerhäusliche Mobilisierung der Onlinenutzung als Mediatisierungsschub im Zuhause"
      o Liesem, Kerstin, Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft, Köln
      "Auswirkungen der Digitalisierung auf Raum- und Zeitstrukturen der Generation Y in Arbeit und Freizeit"
      o Roth-Ebner, Caroline, Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft, Alpen Adria Universität Klagenfurt
      "Neue Zeitstrukturen in mediatisierten Arbeitswelten"

      WS-Leitung: Thomas Steinmaurer, Helena Atteneder

      Im Zuge sich transformierender Netzwerkstrukturen ergeben sich neue Chancen wie auch Risiken für gesellschaftliche Partizipation und Deliberation. Neue Netzwerkbedingungen schaffen Potentiale der Inklusion und Integration, sind aber auch durch Effekte der Fragmentierung und Radikalisierung gekennzeichnet. Daraus erwachsen neue Herausforderungen für Demokratie und Gesellschaft – etwa in Form neuer Formen der Governance aber auch für Literacy und andere digital Kompetenzen.
      Themen des Workshops könnten u.a. sein:
      o Digital Divide und demokratische Fragmentierung bzw. Radikalisierung
      o Gesellschaftliche Entsolidarisierung in deliberativen Enklaven
      o Partizipative Gesellschaft und Inklusion
      o Re-Demokratisierung unter Netzwerkbedingungen
      o Digital Literacies und Empowerment
      o Governance digitaler Netzwerke

      Inputthesen u.a. von:
      o Drüeke, Ricarda/ Zobl, Elke, FB Kommunikationswissenschaft, Universität Salzburg
      "Alternative Medien, kulturelle Interventionen und digitale Öffentlichkeiten"
      o Gonser Nicole, Institut für Journalismus & Medienmanagement, FH Wien, WKW
      "Anerkennung und Ablehnung öffentlich-rechtlicher Medien - Zusammenhänge zwischen (Nicht-)Nutzung, (Nicht-)Wertschätzung und (Nicht-)Zahlungsbereitschaft"
      o Sarikakis Katharine, Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft, Universität Wien,
      Zusätzlich sind alle TeilnehmerInnen am Workshop aber auch Gäste im virtuellen Raum eingeladen Thesen einzubringen, die dann im Workshop diskutiert werden.

      Ziel des Workshops ist es, 2-3 konkrete Thesen zum Thema der Workshops zu entwickeln, die dann im abschliessenden Plenum als Workshopergebnis vorgestellt werden.

      WS-Leitung: Ursula Maier-Rabler

      Zusammenfassung der Workshopthesen und Diskussion der Thesen durch die Respondents Friedrick Krotz und Geert Lovink.
      Nach der Tagung werden die Ergebnisse der einzelnen Workshops vereint und gemeinsam mit Erkenntnissen aus den Keynotes und dem abschliessenden Plenum zu einem Themen/Thesen-Ergebnisdokument zusammenfügen. Im besten Fall könnte dieses Dokument der Ausgangspunkt für die Einladung zu einer noch zu konkretisierenden Publikation sein, indem wir jene, die an den Thesen mitgearbeitet haben, einladen werden daran mitzuwirken. Solcherart manifestiert sich unser Ansatz, eine Tagung nicht zum Ort von Referaten über bereits abgeschlossene Forschungsvorhaben oder fertigen Publikationen zu machen, sonder umgekehrt, zum Ausgangspunkt für die Entstehung von Themen und Teams.

      Venue: Jedermannstube, Sternbräu, Griesgasse 23

      Der Workshop für NachwuchswissenschafterInnen (WS VI; Samstag, 26. November 2016) bietet die Möglichkeit, Dissertations- und Forschungsprojekte zur Diskussion zu stellen. Erfahrene WissenschaftlerInnen nehmen sich hier gezielt für die (inhaltlichen als auch organisatorischen) Fragen des wissenschaftlichen Nachwuchses Zeit. Das Panel soll zudem die Gelegenheit zur Vernetzung bieten. Einreichungen sollten sich am Generalthema der Konferenz orientieren WS I – IV (Konvergenzen und Divergenzen im digitalen Netz; Neue Subjekttransformationen und Identitäten in den Netzwerkwelten; Neue Raum- und Zeitstrukturen; Fragmentierung vs. Integration) und können laufende (Dissertations-)Projekte als auch geplante Publikationsvorhaben beinhalten. "Einladung und Details"

      Franziska Weder

      Die Zukunft des akademischen Publizierens und der Wissenschaftskommunikation

      Thomas Steinmaurer

      Leiter Abteilung ICT&S

        Ursula Maier-Rabler

        Stv. Leiterin Abteilung ICT&S

          Corinna Peil

          Postdoc

            Helena Attenender

            Dissertantin

              Elke Holzmann

              Assistentin